Heidelberger Stuhlmuseum

Peter Bachmayer - "Vorher Nachher - Restaurierung alter Stühle"

Ausstellung und Verkauf: Donnerstag, 20. Juli 2017 - Donnerstag, 31. August 2017

Zur Person: Peter Bachmayer (*1948), Diplom-Geograph, verheiratet, 2 Kinder, lebt seit 1974 in Heidelberg. Er war in eigener, kleiner Beratungsfirma knapp 40 Jahre in der internationalen Zusammenarbeit („Entwicklungshilfe“) tätig im Bereich der ländlichen Entwicklung in frankophonen Ländern Afrikas, auf dem indischen Subkontinent und zuletzt in Zentralasien. Themen: Projektplanung, Projektdurchführung, Evaluierung von Projekten, Ausbildung einheimischen Personals. Viele Reisen (in mehr als 100 Länder der Welt).

Zu den Stühlen: Angefangen hat es mit einem kleinen Hocker, den ich 1973 in einem Dorf in Benin (Westafrika) gekauft habe. Heute ist dieser und andere afrikanische Hocker im Besitz des Stuhlmuseums. Meine erste Wohnung in der Heidelberger Lutherstraße habe ich u.a. mit alten, nicht mehr sehr stabilen, ehemals schönen, jetzt aber abgenutzten und deshalb billigen Stühlen eingerichtet. Man konnte noch auf ihnen sitzen, allerdings war irgendwann das Geflecht der Sitzfläche kaputt und es musste repariert werden. So begann die Zusammenarbeit mit der Stuhlflechterei des Wichernheims in Heidelberg. Dort lasse ich seit vielen Jahren zuverlässig Flechtarbeiten durchführen. Bevor jedoch ein neues Geflecht auf einen Stuhl kommen kann, ist eine Stabilisierung nötig. Also begann ich mit dem Verleimen schadhafter, wackliger Verbindungen an den Stühlen. Bald wurde deutlich, dass eine intensive Reinigung und auch eventuell das Schleifen schadhafter Oberfläche die Stühle schöner machen würde. Zunehmend machte mir diese handwerkliche Tätigkeit als Gegenstück zu meiner beruflichen „Kopfarbeit“ sehr viel Freude. Einiges dazu habe ich mir selbst beigebracht, ich habe aber auch viele gute Ratschläge von gelernten Fachleuten erfahren, so auch vom Leiter der „Stuhlflechterei“. Seit 1990 habe ich mir eine kleine Werkstatt eingerichtet mit einer Werkbank, die ich im „Flohmarkt“ der Rhein- Neckar- Zeitung gefunden habe. Dort führe ich die Arbeiten der Reihe nach durch: Stuhl zerlegen, Einzelteile mit feiner Stahlwolle und Brennspiritus reinigen, eventuell schleifen, wenn nötig fehlende Teile ersetzen, verleimen, zum Flechten geben. Der letzte und vielleicht schönste Arbeitsgang ist das Ölen mit Bienenwachsbalsam. Manche Stühle haben keinen geflochtenen Sitz, sondern müssen gepolstert werden. Bei dieser Arbeit hat mich ein gelernter Polsterer mit seinem Rat und Anleitung unterstützt.

Freunde, Nachbarn und Bekannte wurden auf meine Arbeit aufmerksam und brachten mir Stühle in teilweise recht desolatem Zustand, die sie gerne erhalten und wieder benutzen wollten. Immer mehr Stühle kamen bei mir an, sodass meine Frau die Stirn in Runzeln legte und mir nahe legte, doch zumindest einige Stühle zu verkaufen. Alle ausgestellten Stühle mit Ausnahme der afrikanischen Hocker sollen somit verkauft werden (Preisliste liegt aus), auch der Studentenstuhl (Nr. 085), auf dem ich bei meinem Studium an der TU in München vor 50 Jahren gesessen bin.

 

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