Förderung und soziale Anwaltschaft

In den letzten Jahrzehnten hat sich im Bereich der Wiedereingliederung für wohnungslose Menschen viel verändert: von einem eher fürsorglich, versorgenden Ansatz hin zu einer differenzierten Angebotspalette, orientiert an den Wünschen und Kompetenzen der betroffenen Menschen.

Das Wichernheim als eine Einrichtungen der Wiedereingliederungshilfe der Evangelischen Stadtmission Heidelberg gGmbH stellt einen wesentlichen Baustein in der Integration und Förderung wohnungsloser Menschen dar.

Lebensperspektive zu entwickeln und Lebensräume gemeinsam zu erschließen ist Ziel unserer täglichen Arbeit. Nach häufig jahrelangem Verarmungs- und Ausgrenzungsprozess sind viele Menschen, die zu uns kommen, zunächst völlig destabilisiert und mit nur noch geringem Selbstwertgefühl ausgestattet.

Gleichzeitig sind in diesen Jahren die gesellschaftlichen Anforderungen gestiegen: hohe Mobilität und Flexibilität wird in den Bereichen Wohnen, Arbeiten und soziales Umfeld von den Menschen gefordert.

Wiedereingliederung bedeutet demnach heute: ein häufig langwieriger Prozess zur Entwicklung von realistischen Lebensentwürfen und der Erschließung von Lebensräumen beginnt, und das gemeinsam mit unseren hoch qualifizierten Mitarbeitenden.

Aber, nicht nur der Aufbau und die Gewährleistung eines umfassenden Hilfesystems ist uns ein großes Anliegen. Auch unser sozialpolitisches Engagement ist wichtig und notwendig, um die Rahmenbedingungen und Lebensperspektiven für Menschen in Not mittel- und langfristig deutlich verbessern zu können.

 

Für wen sind wir da und was bieten wir an

Das Wichernheim in Heidelberg mit seinen Außenstellen Mühlenhof in Schriesheim und Plattform in Walldorf stellt wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen ein differenziertes Angebot an stationären und ambulanten Hilfen zur Verfügung. Die Rechtsgrundlage für die Hilfemaßnahmen im Wichernheim bildet insbesondere die Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten nach §§ 67 ff. SGB XII.

 

Über­nach­tungs­be­reich 

Im Übernachtungsbereich haben Frauen und Männer, die keinen gewöhnlichen Aufenthalt in Heidelberg haben, die zum Teil seit vielen Jahren auf der Straße leben, die Möglichkeit, sich in einem schützenden Rahmen aufzuhalten, zu übernachten, Mahlzeiten einzunehmen, den Körper zu pflegen, Wäsche zu waschen und die Gemeinschaftsräume zu nutzen.

 

Wie­der­ein­glie­de­rungs­be­reich 

Die Hilfe im Wiedereingliederungsbereich richtet sich an wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen und Männer, deren besondere Lebensverhältnisse mit besonderen sozialen Schwierigkeiten verbunden sind und welche diese nicht aus eigenen Kräften und Mitteln überwinden können.

Die Personen kommen in unsere Einrichtung sowohl von der Straße, auf der sie teilweise über Monate oder Jahre gelebt haben, als auch aus Krankenhäusern, Suchtkliniken, Psychiatrischen Kliniken und Justizvollzugsanstalten.

  • Junge Erwachsene können sich in unserer "Jugend-WG" auf ein Leben in einer Wohnung und die Führung eines Haushaltes vorbereiten.
  • Für Frauen und Paare stehen in einem separaten Teil des Hauptgebäudes Frauen- und Paar-Wohngemeinschaften zur Verfügung.
  • Suchtkranke Menschen haben die Möglichkeit, nach einer erfolgreichen Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung in einer Trockenen Wohngemeinschaft in einem alkoholfreien Umfeld zu leben.
  • In Außen-Wohngemeinschaften können Klienten ein selbständiges und eigenverantwortliches Leben trainieren.
  • Für Personen, bei denen sich im Verlauf des Aufenthaltes im Wichernheim zeigt, dass sie auf Dauer die Hilfe in einer Einrichtung benötigen, bieten wir Stationäre Langzeithilfe an.

Der Sozialdienst berät und unterstützt die Klienten bei der Erledigung ihrer Angelegenheiten insbesondere in den Bereichen Wohnen, Haushaltsführung, Berufsausbildung, Erwerbsarbeit, Lebensunterhalt, Gesundheit, Beziehungen und Freizeitgestaltung und vermittelt sie unter anderem in Angebote der Suchtkrankenhilfe und der Hilfe für psychisch kranke Menschen.

Im Rahmen von Tagesstrukturierenden Maßnahmen haben Klienten die Möglichekit, eine sinnvolle Beschäftigung mit fachlicher Begleitung durch Arbeitsanleiter insbesondere in der Stuhlflechterei / Schreinerei, auf dem Mühlenhof, in der Cafeteria, im Hauswirtschaftlichen Dienst und im Handwerklichen Dienst auszuüben. Wir ermöglichen auch den Einsatz in anderen Einrichtungen der Evangelischen Stadtmission Heidelberg.

Der Hauswirtschaftliche Dienst gibt Klienten Anleitung und Hilfestellung bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, wie zum Beispiel dem Zubereiten von Mahlzeiten, Reinigen des Zimmers und Waschen der Wäsche.

 

Ambulantes Betreutes Wohnen 

Im Anschluss an eine Stationäre Hilfemaßnahme im Wichernheim bieten wir Klienten Ambulantes Betreutes Wohnen in eigenem Wohnraum in Heidelberg und im Rhein- Neckar- Kreis an. Ohne vorhergehenden Aufenthalt in unserer Einrichtung bieten wir Personen, die in einer Wohnung in Heidelberg leben oder vom Amt für Wohnungsnotfälle der Stadt Heidelberg in einer Wohnung untergebracht sind, Ambulantes Betreutes Wohnen an.

Neben der Beratung und Unterstützung durch den Sozialdienst des Wichernheimes haben die Personen die Möglichkeit der Teilnahme an den Tagesstrukturierenden Maßnahmen und den Freizeitangeboten unserer Einrichtung.

 

Frauenprojekt 

Mit der Tagesstätte und Fachberatungsstelle sowie dem Ambulanten Betreuten Wohnen im Wohngebiet "Mörgelgewann" macht die Stadt Heidlberg ein spezifisches, niedrigschwelliges Angebot für wohnungslose Frauen. Die Tagesstätte und Fachberatungsstelle wird vom Katholischen Verein für soziale Dienste (SKM) und das Ambulante Betreute Wohnen durch das Wichernheim im Auftrag der Stadt Heidelberg betrieben.

Anschrift

Wichernheim
Plöck 13 - 21
69117 Heidelberg

  (06221) 149- 860
  (06221) 149- 869
  wichernheim@stadtmission-hd.de
  www.wichernheim-heidelberg.de

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