Stuhlflechterei

Die Stuhlflechterei fertigt Stuhlgeflechte aller Art an, insbesondere Wiener Geflechte, Spanisches Binsengeflecht, Dänische Papierschnurgeflechte sowie Sonnen- und Halbsonnengeflechte.

 

Entstehungsgeschichte des Flechtens

Flechtarbeiten, insbesondere Stuhlsitze am Flechtwerk haben eine sehr lange Tradition. Bereits vor über 3000 Jahren wurden in Ägypten Binsen- Sitzflächen für Stühle und Schemel geflochten. Einzug in die europäischen Königs- und Fürstenhäuser hielten diese Art von Stühle im Laufe der Eroberungszüge. Dieser Stuhl war damals für die Hausherren oder für wichtige Gäste reserviert. Im Mittelalter wurden auch alle anderen gängigen Geflechte kreiert. Ab 1819 produzierte Michael Thonet eigene Entwürfe in dem von ihm entwickelten, neuen Verfahren der Bugholz-Verarbeitung und baute einen weltweiten Vertrieb dafür auf. Heute noch genießen die "Thonet-Stühle" weltweiten Ruf. Das Material zum Geflecht wird aus der Innenrinde der tropischen Rattanpalme gewonnen. Es gibt verschiedene Arten von Geflechten, wobei das gängigste und strapazierfähigste das Sechs-Schritt-Muster oder Wiener Geflecht ist. Weitere Flechtarten sind: Sonnengeflecht (19. Jhd.), Sterngeflecht (19. Jhd.), Feingeflechte (nach Leslie Maltby 17. Jhd.), Binsengeflecht (1000 v. Chr.), Wickelrohrgeflechte in den verschiedensten Mustern (ab 16. Jhd.) und Fertiggeflechte (Neuzeit).

 

Welches Material verwendet man für geflochtene Sitzflächen?

Importiert wird das Stuhlsitzrohr aus Südostasien. Es stammt von der Rinde des Rattan. Diese wird zuerst abgeschält und dann anhand von Maschinen weiterverarbeitet, so dass schmale Streifen (Rohrschienen) entstehen. Die Breite dieser Streifen liegt meist zwischen 1,5 und 4 mm. Eingesetzt werden die Rohrschienen sowohl bei manuell geflochtenen Sitzflächen, als auch bei der Herstellung von Fertiggeflechten.

 

Was ist ein Wienergeflecht?

Sie kennen bestimmt die bekannten Kaffeehausstühle von Thonet mit einer runden, geflochtenen Sitzfläche. Das hierbei verwendete Flechtmuster nennt man 'Wiener Geflecht'. Aber nicht nur diese Stühle weisen ein 'Wiener Geflecht' auf. Diese Geflechtstruktur hat sich mittlerweile so weit durchgesetzt, dass heute fast alle geflochtenen Sitzflächen ein 'Wiener Geflecht' zeigen. Andere Flechtstrukturen werden für Sitzflächen nur noch selten verwendet.

 

Was ist ein Sonnengeflecht?

Das Sonnengeflecht ist eine Variante des 'Wiener Geflechts'. Hierbei werden die ersten Lagen radial aufgespannt. Damit entsteht ein Mittelpunkt und ein strahlenförmiges Muster. Das 'Sonnengeflecht' wird oft bei Rückenlehnen eingesetzt, selten bei Sitzflächen.

 

Was ist ein Sterngeflecht?

Ein sehr dekoratives Geflecht ist das Sterngeflecht. Es eignet sich nicht für Stühle, die sehr strapaziert werden, es bleibt am besten Schlafzimmerstühlen vorbehalten, die mehr zur Ablage von Kleidern dienen als zum Sitzen.

 

Kann man die Sitzfläche einfärben?

Das Geflecht wird in der Regel mit Beize nachbehandelt. Es sind Farbvariationen möglich, so dass man die erneuerten Sitzflächen den Originalen angleichen kann.

 

Schreinerei

Die Schreinerei führt Reparaturen von Stühlen, Aufarbeiten von Stühlen, Reparaturen von Möbeln in kleinerem Umfang, Restauration von Weichholzmöbeln sowie Neuanfertigungen von kleineren Möbeln durch. "Aus dem Leim" geratene Stühle werden neu verleimt. Hierbei wird der alte Leim der Verbindung entfernt und mit neuem in seine Form zusammengepresst.

 

Video

Die Stuhlflechterei und die Schreinerei des Wichernheimes werden in einem Video vorgestellt.

Anschrift

Stuhlflechterei und Schreinerei
Plöck 16
69117 Heidelberg

  (06221) 149- 872 oder - 874
  (06221) 149- 869
  dirk.horlebein@stadtmission-hd.de

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KI:   Evangelische Stadtmission Heidelberg
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